Alle Kantonalmarken der Schweiz haben zumindest ein gemeinsames Merkmal: Paare sind selten bis ausserordentlich selten oder aber überhaupt nicht zu finden. Lediglich die „Winterthur" kommt häufig im Paar vor, weil bei dieser Uebergangsmarke unterschiedliche Portosätze für Ortsbriefe und solche in den Postkreis VIII galten. Es ist deshalb weiter nicht verwunderlich, wenn man heute nur noch in wenigen Alt-Schweiz-Sammlungen Paare der Zumstein-Nummern 1-11 finden kann. Ich möchte mich heute einmal auf die Nummern 5-7, also auf die Genfer Adler beschränken und davon im Hinblick auf die Naba 2000 in St. Gallen und die Weltausstellung in London eine kleine Spezialsammlung anbieten, die in dieser Art wohl die umfassendste weltweit darstellen dürfte.
Es ist nicht so einfach, in der Literatur dazu viel aufzufinden. Im herrlichen Buch „Genfer Briefmarken von 1843-1854" (Morand, Grand, Dinichert) sind einige abgebildet, die ergiebigste Quelle insgesamt stellt aber das Buch „A propos Alt-Schweiz" dar, das in den Jahren 1958 bis 1961 abschnittsweise in der Schweiz.Briefmarken-Zeitung veröffentlicht worden ist. Bist heute stellt dieses Werk die mit Abstand kompletteste Auflistung der bekannten Paare dar, soweit diese überhaupt behandelt worden sind. In diesem Buch hat der Verfasser die Auktionskataloge aller bedeutenden Firmen während rund 40 Jahren verarbeitet und auch Sonderangebote wichtiger Händler der damaligen Zeit aufgenommen.
Ich habe mir die Mühe gemacht, die in diesem Werk aufgeführten Stücke herauszu-schreiben. Es muss klar gesagt werden, dass diese Liste nicht komplett ist. Zweifelsohne gibt es weitere Paare, die dem Verfasser ganz einfach noch nicht bekannt waren oder die in dieser Zeitperiode nie öffentlich angeboten worden sind. Dennoch können wir feststellen, dass wir es hier mit ausserordentlich kleinen Häufigkeitszahlen zu tun haben.
In den letzten paar Jahren wurden zufälligerweise einige Paare der Basler Tauben ange-boten. Diese haben teilweise Preise bis um die 200'000.-- CHF (lose Paare) erzielt. Das mag weiter auch nicht überraschen angesichts der relativen Seltenheit von nur rund neun gestempelten Paaren (incl. Briefe und Briefstücke, aber ohne den Brief mit den sechs Einzelmarken aus dem Postmuseum mitzuzählen) und den etwa sechs ungestempelten.
Wesentlich mehr überraschen wird aber die Erkenntnis, dass von einigen der Genfer Adler gar nicht mehr, resp. sogar wesentlich weniger Paare aufgeführt sind ( als von der Basler Taube) dass diese heute aber erstaunlicherweise doch noch sehr viel billiger sind und nur einen Bruchteil davon kosten! Es mutet unwahrscheinlich an, aber die Genfer Paare dieses Angebotes kommen preislich lediglich auf 10-20% des Preises für ein vergleichbares Basler Tauben-Paar zu stehen! Dies ist mit ein Grund dafür, warum ich nach wie vor ebenso am Ankauf solcher Paare interessiert bin.
Es ist davon auszugehen, dass sich dieser (heute noch viel zu grosse Unterschied) allmählich stark verringern wird, wenn eine Anzahl von fortgeschrittenen Alt-Schweiz-Sammlern dies realisiert haben wird.
Vergleichen Sie einmal die Häufigkeitszahlen unseres Angebotes mit jenen, die im „A propos Alt-Schweiz" aufgeführt sind. Dabei ist zu beachten, dass in letzterem Werk jeweils unter den gestempelten Paaren sowohl die gestempelten losen Paare, wie auch die gestempelten Paare auf Briefstücken und Ganzbriefen enthalten sind.
Verkauf
Mit diesem Angebot möchte ich gerne 1-3 Sammlern die Möglichkeit geben, in diesem Bereich die vielleicht umfassendste und bedeutendste Zusammenstellung überhaupt zu erwerben. Aus diesem Grunde wollen wir diese Paare bis Ende Januar 2000 entweder en bloc oder aber in grösseren Teilen abgeben. Erst hernach werden wir auch Einzellose daraus anbieten. Sollten Sie sich für dieses Angebot (oder später für einzelne Paare) interessieren, erwarten wir gerne Ihren Bericht.
Kleiner Genfer Adler
Aufgeführt im „A propos Alt-Schweiz":
ungestempelte Paare:
4 Stücke
gestempelte Paare:
4 Stücke (darunter ein loses Paar, eines auf Briefstück und zwei Briefe)
Unser Angebot:
Hellgrüner Genfer Adler
Aufgeführt im „A propos Alt-Schweiz":
ungestempelte Paare waagrecht:
4 Stücke (senkrecht sind keine ungest.Paare aufgeführt)
gestempelte Paare:
6 Stücke (darunter zwei lose, drei Briefstücke und eines auf einem grossen Briefteil)
Unser Angebot:
Dunkelgrüner Adler
Aufgeführt im „A propos Alt-Schweiz":
ungestempelte Paare:
keine aufgeführt, da nicht behandelt (sind jedoch die seltensten aller ungestempelten Genfer Adler im Paar!)
gestempelte Paare:
10 Stücke (darunter sieben lose, ein Briefstück und zwei Briefe)
Unser Angebot:
In der Zeit vom 01.10.1849 bis zum 21.01.1850 betrug des Porto im 1. Rayon von Genf 7 Centimes. Da die Marken seit dem 01.03.1844 mit 20% Rabatt verkauft worden sind, handelt es sich bei diesen Briefen um eine Ueberfrankatur von 1 Rappen. Briefe mit zwei Einzelmarken sind seltenheits- und wertmässig jenen mit Paaren gleichzusetzen.
Mit der Taxänderung vom 22.01.1850 und der Einführung der Waadt 5 wurde der Rabatt beim Verkauf aufgehoben. Der Brief vom 04.05.1950 mit den zwei Einzelstücken entspricht einem Brief der 2. Gewichtsstufe nach Genfer Tarif und ist damit wesentlich seltener als jene der 1. Stufe vor dem 22.01.1850!
© 2009 Honegger Philatelie AG, 8716 Schmerikon