Briefe mit Neuenburg und Winterthur

Im Bemühen, Quervergleiche zwischen einzelnen Kantonalmarken und damit einhergehend auch Unterbewertungen gewisser Nummern aufzuzeigen, habe ich mich für einmal der Zumstein-Nummern 11 und 12, also der sogenannten Neuenburg und Winterthur angenommen. Zwei Marken, die sich ungerechtfertigterweise nicht des grössten Interesses erfreuen können! Umso mehr mag Sie aber interessieren, was sich nach jahrzehntelangem Aufbau einer diesbezüglichen Dokumentation (Stand Ende 2002) bisher ergeben hat. Ich möchte darauf hinweisen, dass die erfassten Stücke wohl den grössten Teil des in den letzten 80 Jahren auf den Markt gekommenen Materials umfasst, aber keines-falls Anspruch auf Vollständigkeit erheben können. Soweit möglich wurden mehrfach erfasste Stücke erkannt und nur einmal gezählt. Es ist aber natürlich immer wieder einmal möglich, dass auch unter den registrierten Briefen (oder Briefvorderseiten, jedoch keine Briefstücke) auch noch Verfälschungen vorhanden sein mögen, die als solche nicht erkannt worden sind.

Registriert haben wir demnach an Briefen und Briefvorderseiten:

Neuenburg: 249

Winterthur: 115

Zum Vergleich: Doppelgenf-Briefe kennen wir rund 80.

Währenddem es sich bei den Neuenburg fast ausschliesslich um Einzelstücke auf Brief handelt ( es gibt nur einen Brief mit zwei Stücken und weniger als zehn Mischfrankaturen mit Rayons), unterteilen sich die Winterthur in etliche Sparten.
a) Einzelfrankaturen: 25 (dreimal seltener als Doppelgenf-Briefe!),
b) 6 Briefe mit zwei Einzelmarken (gleich zu bewerten wie Paare auf Brief),
c) 30 Briefe mit senkrechten Paaren,
d) 33 Briefe mit waagrechten Paaren,
e) 9 Briefe mit drei und mehr Marken und
f) 12 Briefe mit Mischfrankaturen.

Die Katalogbewertung der Neuenburg kann man damit wohl als ungefähr richtig einstufen. Hingegen scheint die Winterthur auf Brief doch einiges seltener zu sein, als man anzunehmen gewillt ist. Im vergleich zum "grossen Bruder", der Doppelgenf, ist zu sagen, dass selbst Briefe mit zwei Stücken (Paar oder zwei Stücke einzeln) keineswegs häufiger zu finden sind, als die besagte Doppelgenf. Ganz zu schweigen von den Einzelfrankaturen oder den andern Seltenheiten. Aber auch im Quervergleich mit andern Kantonalmarken kann man sagen, dass Winterthur-Briefe ohnehin wesentlich seltener sind, als z.B. eine Zürich 4 auf Brief oder eine Basler Taube auf Brief und selbst die Neuenburg-Briefe dürfen für sich beanspruchen, seltener zu sein, als eine Basler Taube auf Brief! Wenn es etliche Sammlungen mit einem Neuenburg-Brief noch geben mag, wie viele Objekte sind Ihnen denn gegenwärtig, in welchen sich auch nur ein einziger Winterthur-Brief befindet? Das sollten Sie beachten und in Ihre Kaufüberlegungen mit einbeziehen!

Die Verhältnisse bei den losen Marken sind natürlich ähnlich. Bei den Neuenburg hat man das Problem, dass man fast keine Auswahl hat. 90% der Stücke haben die schwarze eidgenössische Raute. Etwa 10% nur die blaue. Daneben gibt es kaum andere Stempel. Einzig kann man mit den Farbnuancen noch etwas erreichen, indem es normale (= graue) und dunklere (= tiefschwarze) Drucke gibt. Aber erwarten Sie heute nicht, dass die Prüfer dies auch noch in den Attesten vermerken! Bei den Winterthur ist es etwas idealer, indem es dort recht viele verschiedene Stempel gibt, wurde die Marke doch nicht nur im Kanton ZH, sondern auch in den Kantonen TG, SH und ZG verwendet. Versuchen Sie, dem stempelmässig Rechnung zu tragen, das wird ihre Sammlung von einer "normalen" unterscheiden!

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