Angesichts der grossen Seltenheit der Zumstein-Nr. 14II auf Brief (mehr als 5x seltener als Doppelgenf auf Brief!) erstaunt es nicht, dass diese Marke bislang nur aus den drei Postkreisen III (BE), VI (AG) und VIII (ZH, SH und TG) bekannt geworden ist. Für Heimatsammler ergibt sich hier sofort ein grosses Problem: Da diese Ausgabe nur aus fünf verschiedenen Kantonen überhaupt bisher aufgetaucht ist, müssen die meisten Kantonssammler diese sehr seltene Nummer ganz von der Wunschliste streichen! Wenn ein Basler- oder Genfer-oder Tessiner- oder Bündner - oder meinetwegen Innerschweizer Heimatsammler diese Top-Nummer der Schweizer Philatelie in der Sammlung haben möchte, wird er versuchen müssen, einen Bief nach- und nicht aus seinem Sammelgebiet zu finden (was aber in den meisten Fällen auch nicht möglich sein wird.)
Von den gut zwei Dutzend Stücken, die wir bisher auf Brief nachweisen konnten, befinden sich nur ganz wenige - wie unser diesjähriges Titelbild - in hervorragender Erhaltung. Zudem existiert die Kombination eines Paares 14II zusammen mit einer 15II nur noch einmal. Aber bei diesem andern Brief stellen sich einige Fragen, die erst noch einer Erklärung bedürfen.
"On revient toujours à sa première amour!" sagt das Sprichwort. Das mag für mich hier auch zutreffen. Im Jahre 1972 wurde in England die Amundsen-Sammlung versteigert. Unser obiger Brief (mit dem rückseitigen Durchgangsstempel Frauenfeld 26.09.1851), weckte sofort mein Interesse und ich flog nicht nur hin, sondern war auch bereit, für dieses Top-Stück schon damals einen sechsstelligen Betrag aufzuwenden. Für jene Zeit war dies ausserordentlich viel, denn die teilweise gewaltigen Preissteigerungen, die wir in den dann folgenden 70er Jahren noch erleben sollten, hatten damals erst langsam begonnen! Nun, meine Preisvorstellung wurde gewaltig übertroffen, ich bin ohne dieses Los heimgekehrt. Dennoch ist es mir nicht mehr aus dem Sinn gegangen und umso lieber habe ich etwas später dann zugegriffen, als es erneut angeboten wurde.
Ob es sich bei diesem Los um ein Unikat handelt oder nicht spielt an sich für mich kaum eine Rolle. So oder so kann man aber festhalten, dass es sich dabei um einen der seltensten Alt-Schweiz-Briefe überhaupt handelt und für einen Thurgauer - Heimatsammler dürfte es sogar das absolute Top-Stück für seine Sammlung überhaupt darstellen.
© 2009 Honegger Philatelie AG, 8716 Schmerikon