Werden grosse Sammlungen nicht verkauft, sondern liquidiert (was nach Todesfällen oder Erbschaftsauflösungen natürlich gelegentlich nötig ist), so wird es zweifelsohne eine Anzahl Zuschläge unter dem sonst üblichen Preis geben. Erfahrungsgemäss wird es auch solche über dem normalerweise erwarteten Preis geben! Das ist überall auf der Welt so. Aber das sind Momentanaufnahmen wie beim Wetter. "Morgen" herrschen schon wieder andere Verhältnisse (bessere oder schlechtere). Darum kann es auch nicht sinnvoll sein, solche Momentanaufnahmen zum Gegenstand eines Kataloges zu machen, der dann immerhin ein ganzes Jahr lang auf dem Markt ist und Gültigkeit haben soll. Im Katalog des Schweiz.Briefmarken-Händlerverbandes möchten wir keine "Eintagspreise" angeben. Also keine rein zufällig einmal zustande gekommenen Auktionsresultate wiedergeben, die bereits morgen wieder als "Schnee von gestern" erscheinen. Natürlich gilt dies nach oben wie auch nach unten! Wir wollen weder die Preise von Stücken im Katalog verewigen, die eindeutig "unter die Räder" gekommen sind, noch Preisüberbordungen, wie man sie an guten Auktionen ja auch immer wieder beobachten kann in umkämpften Gebieten, in welchen keiner scheinbar auf ein Los verzichten mag, wenn ein anderer es auch begehrt. Mit unseren Katalogpreisen möchten wir dem Sammler eine Richtlinie geben. Vorerst einmal nur das allein. Eine Richtlinie also, an die er sich während des ganzen Jahres halten kann. Am einfachsten kann man dies bei den Kantonals und auch noch bei den Rayons erklären. Bei den folgenden Strubel-Marken ist es viel schwieriger, weil dort die Qualität bei den teilweise sehr eng gedruckten Ausgaben viel schwieriger durch einen Laien beurteilt werden kann.
Wenn wir also das Gebiet der Kantonals oder auch Rayons betrachten, so ist es in der derzeitigen Marktlage so, dass ein Sammler für eine erstklassige Erhaltung (nochmals: für eine erstklassige Erhaltung!) höchstens den Katalogpreis bezahlen muss. In vielen Fällen wird er sogar mit einem Rabatt von 10% bis 20% auf diese Katalogpreise rechnen können. Wie gesagt: dies gilt für die heutige, aktuelle Marktsituation. Und dies ist genau die Absicht bei unserem Katalog: wenn der Markt genügend Material her gibt und die Nachfrage problemlos bewältigt werden kann, sollen die Nettopreise unter dem Katalogpreis liegen. Dann kann man also eher mit einem gewissen Rabatt auf diesen Katalogpreisen rechnen. Ist ein Sammelgebiet aber stark umkämpft und genügt das Angebot nicht, um die Nachfrage zu decken, so werden die Nettopreise über dem Katalogpreis liegen. Auf diese Weise hat der Sammler eine sehr gute Kontroll-und Informationsmöglichkeit. Er sieht sofort anhand der verlangten Nettopreise, ob er sich in einem überteuerten oder aber in einem "normalen" Markt befindet und kann sich so selber eine Meinung bilden. Der Zumstein-Katalog 2003 hat viele Sammler und Händler mit einer Anzahl Preisreduktionen überrascht, um nicht zu sagen erschreckt. Nach eingehenden Gesprächen mit den Herausgebern kann man die ganze Sache zumindest für den klassischen Teil wohl als unnötige Aufregung abtun und damit ad acta legen. In Tat und Wahrheit scheint es sich nämlich nur um eine schlecht kommunizierte Aenderung der Definition der Katalogpreise zu handeln. Die Firma Zumstein versteht unter den Katalogpreisen jene für eine "gute Katalogqualität", wie es der Name an sich auch sagt. Sehr schöne und sehr gute Stücke bewertet Zumstein aber höher – und dies wird auch anhand von Beispielen im Vorspann so ausgeführt, nur haben dies die meisten weder gesehen noch beachtet. Im Katalog des Briefmarken-Händlerverbandes bewerten wir mit den Katalogpreisen aber sehr schöne und sehr gute Stücke, also – wenn Sie so wollen – eine Qualitätsstufe höher! Und damit wären die Preisunterschiede schon erklärt.
Wichtig scheinen mir aber nicht Katalogpreise an sich zu sein, sondern die aktuellen Angebote! Diese sollten Sie vergleichen und sich anhand dieser ein Bild von einem Anbieter machen! Mir scheint, dass für den normalen Sammler deshalb ein Katalog wie wir ihn hier anbieten wesentlich instruktiver sei. Dies deshalb, weil in einem solchen Netto-Katalog nicht nur ein fixer Preis angegeben wird (mit dem ein Sammler nämlich rein gar nichts anfangen kann, weil er ja die Qualität darin nicht berücksichtigt findet!), sondern weil er in unserem Katalog bei den meisten Ausgeben auch noch Beispiele für die verschiedenen Preislagen vorfindet. Nur so merkt er, dass eine Basler Taube – um nur ein Beispiel zu machen – halt nicht einfach (je nach Auflage) 17000.– oder 20 000.– kosten muss, sondern dass solch ein Stück ohne weiteres auch sehr viel billiger zu haben ist, wenn jemand qualitativ nicht die allerhöchsten Ansprüche stellt. Schwieriger wird die Bewertung bei Ausgaben, die sehr eng gedruckt worden sind (späte Strubel-Ausgaben) oder wenn seltene Stempel mit ins Spiel kommen, die natürlich preissteigernd wirken. Nicht nur in solchen Fällen, sondern an sich überall ist zu sagen, dass eine seriöse und kompetente Beratung mir sehr wichtig zu sein scheint. Machen Sie Gebrauch davon. Wir bemühen uns, Sie nicht nur absolut unverbindlich zu beraten, sondern Sie auch bestmöglich zu beliefern. Sollten Sie Fragen zur Bewertung von Stücken haben, wenden Sie sich ohne weiteres an uns.
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